Pressemitteilung zur Demo “Wie wollen wir leben: Gesamtgesellschaftliche Abwägungen in freiheitlichen Demokratien” vom 15.05.2021

Am 15.05.2021 veranstaltete die Offene Gesellschaft Kurpfalz einen Aufzug mit anschließender Schlusskundgebung. Der Aufzug startete um 14:00 auf dem Alten Messplatz in Schwetzingen und zog zu Musik, Ausschnitten der Kunstaktion “Alles dicht machen” entlang der folgenden Route: Wildemannstraße – Mannheimer Straße (Kleine Planken) – Heidelberger Straße – Berliner Straße – Bahnhofanlage – Clementine-Bassermann-Straße – Friedrichstraße – Carl-Theodor-Straße – Bahnhofanlage. Auf der Route zeigte sich die evangelische Kirche solidarisch. Als Offene Gesellschaft Kurpfalz möchten wir uns herzlich bei der evangelischen Kirche Schwetzingen für die Unterstützung unserer Veranstaltung bedanken. Pfarrer Groß kam unserem Aufruf nach und trat für seine Meinung auf der Straße ein. Er zeigte Meinung „Impfen = Nächstenliebe“ auf einem großen Banner am Rande des Aufzuges.  Diesen beherzten Ausdruck der Meinungsfreiheit begrüßen wir und würden uns freuen, Pfarrer Groß auf der nächsten Demo auch als Redner begrüßen, damit er den restlichen Teilnehmern seine Meinung genauer erörtern kann.

Wir bedanken uns auch bei Florian Reck, ehemaliger Landtagskandidat der Partei „die Linke“ für den Wahlkreis Schwetzingen, sowie bei Felix Lindenmeier von „die Partei“, welcher unserem Aufruf gefolgt sind und an dem Aufzug teilnahmen. Herr Reck war leider der einzige Regionalpolitiker und Kandidat, der keine Terminkonflikte hatte und deshalb unserem Aufruf folgen konnte. Leider musste er die Veranstaltung früher verlassen. Wir bedanken uns für die kurze Teilnahme, für sein Engagement für politischen Diskurs und sein Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft, in der niemand aufgrund seiner politischen demokratischen Ansichten diffamiert wird. Wir bedanken uns bei Herr Lindenmeier, der für sein interessiertes Ausharren bis zum Schluss der Kundgebung und hoffen ihn auch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen. Das Angebot zur Gegenrede, welches Herr Lindenmeier auch im persönlichen Gespräch ausschlug halten wir weiter hoch.

Auf der Schlusskundgebung mit ungefähr 70 Teilnehmern auf und um die Demonstrationsfläche gab es Reden aus der breiten Bevölkerung abwechselnd mit Livemusik. In der ersten Rede berichtete der Veranstalter über seine Motivation die zweite Auflage der Veranstaltung anzumelden. Zu diesen zählten unter anderem: der Beschluss des Deutschen Ärztetages die Bundesregierung zur indirekten Impfpflicht für Kinder aufzufordern. Dieser Beschluss sei sachlich nicht begründet. Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung auf zu beschließen, dass „Familien mit Kindern“ die „gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe nur mit geimpften Kindern“ zurückerlangen. Begründet wird dies mit der Behauptung, dass es ein “deutliches gesundheitliches Risiko” für Kinder gäbe. Der Beschluss stehe laut Veranstalter im Widerspruch zur medizinischen Evidenz aufgezeigt von den Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DPGI) und Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), welche am 18.04.2021 feststellten, dass “von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und 4 an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%) [Anmerkung: das sind 2 in 10 Millionen]. [Dies] sollte Anlass sein, Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen.” Auch Bildungsministerin Kaliczek wurde für ihre Aussagen auf der Bundespressekonferenz vom 12.05.2021 scharf angegriffen. Kaliczek begründete die Notwendigkeit der Impfung von Kindern zwischen 12 und 15 damit an, dass es notwendig wäre, um Kinder unter 12 zu schützen. Kaliczek fordere also eine von Corona so gut wie gar nicht betroffene Gruppe zu schützen, um eine andere so gut wie gar nicht betroffene Gruppe zu schützen. Der Veranstalter sah hierfür nur zwei mögliche Erklärungswege: Inkompetenz oder Korruption. Der Veranstalter forderte ein Festhalten an der aktuellen Definition von Gesundheit der WHO: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Anstatt Menschen per Standard als krank zu definieren und sie erst gegen Beweis als gesund zu akzeptieren.

Eine Rednerin Mitte zwanzig aus Brühl bekundete Verständnis und Mitgefühl für Menschen, die aufgrund von Sars-CoV-2 Angehörige verloren haben oder aus Sorge vor der Erkrankung die Strategie der Bundes- und Landesregierungen befürworten. Die Rednerin bemängelte jedoch, dass bei der Pandemiebekämpfung einseitig nur auf Fallzahlen geachtet werde und dabei psychosoziale Folgen nicht genug berücksichtigt werden. Außerdem bemängelte sie, den Mangel langfristiger Investitionen in Bildung und Gesundheitswesen, da ansonsten erneute Schulschließungen und Shutdowns drohten.

Ein junger Mann Mitte 20 aus der Gastronomie berichtete von seinen Erfahrungen als Gastronom und äußerte, dass die Sorgen der Gastronomen kaum Gehör fänden. Er kritisierte einen vergifteten Diskurs in der Gesellschaft, bei dem Menschen, die dem aktuellen Krisenmanagement kritisch gegenüberstehen, häufig diffamiert werden. Seiner Meinung nach fehlt hier ein offener Diskurs.

Eine ungefähr 50-jährige Frau aus der Pfalz sprach über die Rechte von Kindern. Hierbei wurden viele der Maßnahmen die Kinder betreffen von ihr als Kindeswohlgefärdung eingestuft und es wurde auf die Gesetze gegen diese hingewiesen.

Ein lokaler ungefähr 60-jähriger Anwohner widersprach der Frau, da er unsinnig fand, dass die Frau von einem Impfzwang für Kinder sprach, obwohl es noch kein Vakzin für Kinder gebe.

Der Veranstalter forderte immer wieder alle Umstehenden zu Gegenrede auf. Als Offene Gesellschaft Kurpfalz suchen wir den demokratischen Streit und zeigen uns enttäuscht, dass so wenige Menschen der vermeintlichen Mehrheit, die nach Umfragen die Maßnahmen befürwortet mit uns in den direkten Austausch traten und am Mikrofon eine Gegenrede zum Gesagten halten wollten.

Ein gläubiger ungefähr 50-jähriger Mann aus der Vorderpfalz erzählte von seiner Entfremdung mit der evangelischen Kirche. Er verlaß seinen Brief an die evangelische Kirche mit welchem er versucht hatte diese Entfremdung zu überwinden. „Mit Entsetzen habe ich daher Ihren Beitrag in der Sendung „Das Wort zum Sonntag“ in der ARD am 08.05.2021 zur Kenntnis genommen. Sie schildern Ihre Forderung zum Impfen genauso, wie es unsere Bundekanzlerin Angelika Merkel tut, als alternativlos. Gleichzeitig führen Sie das Beispiel des Mannes an, der sich trotz größter Lebensgefahr bei einem Hochwasser, trotz der Sendung eines Baumstamms, eines Kahns und eines Helikopters im Gott vertrauen nicht retten lässt.  […] Jetzt frage ich mich wirklich, ob wir uns in einer Lebenssituation befinden, bei der uns das Wasser bis zum Halse steht und wir uns mit höchstem Zeitdruck, eine Entscheidung, die über Leben und Tod entscheidet, abringen müssen. Bei ausreichender Abwägung der Argumente werden viele unserer Mitbürger zu der Entscheidung kommen, dass dieser vermeintliche Zeitdruck nicht existiert. Bei Covid-19 handelt es sich um eine Erkrankung die 99% unserer Bevölkerung nicht betrifft, um das verbleibende 1% soll sich unser Gesundheitswesen kümmern, welches zu den Besten der Welt gehört. Das heißt, die Menschen, die sich heute massenweise mit einem Impfstoff impfen lassen, der nur eine bedingte Zulassung hat, würden zunächst gar nicht an Covid-19 erkranken oder bei einer Erkrankung einen milden Verlauf erleben. […] Ich war selbst im Dezember 2020 an Covid-19 erkrankt, einhergehend mit einem ausgeprägten Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Nach einer Dauer von ca. 4 Wochen war dieser Geruchs- und Geschmacksverlust verschwunden und ich bin wieder vollständig genesen. Kurz gesagt, für 99% der Bevölkerung besteht überhaupt kein Zeitdruck, sich für oder gegen eine Covid-19 Impfung zu entscheiden. Dieser Druck wird allein durch eine Panik erzeugt, die von unserer Regierung und unseren Massenmedien erzeugt wird. […] Persönlich frage ich mich, wie Sie es dazu kommen lassen haben, sich selbst so instrumentalisieren lassen haben, solche Aussagen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu tätigen. […] Die Aufgabe der Kirche war es immer die Gemeinschaft zu fördern, Menschen zu vereinen, Minderheiten zu integrieren und Toleranz zu üben. Diese wichtigen Punkte, die einen klaren Gegenpol zu Spaltung, Intoleranz und Ausgrenzung darstellen, haben Sie in ihrer Rede völlig vergessen. Es ist die größte Enttäuschung, die ich je durch unsere Kirche erfahren habe.“ Der Mann zeigte sich enttäuscht über die Antwort der Kirche, welche er auch verlaß.

Die Versammlung endete um 16:30. Wir bedanken  uns beim Ordnungsamt für die Kooperation, bei der Polizei für die Sicherung des Aufzugsweges auf den Verkehrswegen und bei den sonstigen Polizeikräften für ihre Bereitschaft, um die Versammlung zu sichern.

Dank gilt allen, ehrenamtlichen Ordnern, Thomas Grab und Bernd Roy für die Musik, den Rednern, Teilnehmern und den Leuten, die die Veranstaltung finanziell unterstützen.

 

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